Logbuch für’s Aquarium


Das Hobby Aquaristik hat unbestreitbar den Vorteil, dass alle Tätigkeiten, außer der Fütterung, in zeitlichen mehr oder weniger großen Abständen zu tun sind. Das führt aber auch dazu, einige Tätigkeiten zeitlich nicht mehr genau einordnen zu können. Ich habe mir seit ein paar Jahren, genauer seit 2001 angewöhnt, ein Logbuch zu führen, um die wichtigsten Dinge zu kommentieren.

Tätigkeiten, die eine längere Spanne dulden, können so zeitlich nachvollzogen werden. Neben der Reinigung der Filter (alle drei Monate) dem Auswechseln der Neonröhren (jährlich), Neubefüllung der CO2 Anlage (ca. alle drei Monate), dokumentiere ich auch den Neuerwerb von Fischen und Pflanzen, Neukauf von Zubehör usw, usf.

Der Vorteil einer Dokumentation ist eine gewisse Regelmäßigkeit bei den Pflegearbeiten. Zusätzlich dient das Logbuch wie ein Checkheft zur Erinnerung an zeitlich versetzte notwendige Arbeiten, die sonst gerne vergessen werden.

Der Wasserwechsel im Aquarium

Wie bei jedem anderen Hobby auch, kostet die Aquaristik etwas Zeit und Geld. Wobei man sagen muss, dass sich der Zeitaufwand bei einem gut eingefahrenen Becker auf ein Minimum reduziert. Zu den wichtigsten Aufgaben, neben der täglichen Fütterung: Der Teilwasserwechsel alle 14 Tage.

Wenn man vor dreißig Jahren einen Aquarianer gefragt hätte, wann denn das Wasser im Aquarium (teil) erneuert werden muss, hätte der höchstwahrscheinlich gesagt:“Nie.“

Eine Zeitlang waren Hobbyaquarianer tatsächlich der Meinung, dass insbesondere bei offenen Becken nur verdunstetes Wasser zu ersetzen sei. Das ist schon deshalb falsch, weil zwar durch die Verdunstung frisches Wasser zugeführt wird, der Rest des Aquarienwassers sich im Laufe der Zeit stark aufsalzt.

Die abgestorbene Biomasse (Fische, Pflanzen) im Becken setzt einen chemischen Prozess in Gang, der aus Ammoniak Nitrit und Nitrat gewinnt. Diese Nitrit und Nitratsalze spielen eine wichtige Rolle als Nährstoff für Pflanzen, verbrauchen aber Sauerstoff.

Nitrite sind außerdem toxisch, zuviel davon töten unsere Fische.

Aus dem Grund ist ein Teilwasserwechsel unumgänglich. Zum einen werden die zuviel gewonnenen Nitrite und Nitrate abgeführt, zum anderen frisches Wasser zugeführt. Aber Achtung, das frische Leitungswasser sollte natürlich aufbereitet und gedüngt werden. Spezielle Mittel gibt es im Fachmarkt dazu.

In der Literatur wird ein Wasserwechsel von 10% Gesamtwasser des Beckens empfohlen.

Persönlich bin ich mit 5% alle 14-tägig immer ganz gut gefahren. Allerdings hängt das vom Fischbesatz und dem Pflanzenwuchs ab. Viele Fische und wenig Pflanzen sind dem Aquarium jedoch so oder so abträglich, weshalb eigentlich immer gelten sollte: Lieber reichlich Pflanzen als reichlich Fische.

Krankheiten – Bauchwassersucht

Das kennt wohl jeder Aquarianer. Einzelne Fische werden immer dicker, der Bauch schwillt immer mehr an. Wenn es sich nicht gerade um ein trächtiges Tier handelt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es sich um die Infektionskrankheit Bauchwassersucht handelt.

Anfangs macht sich die Krankheit nur durch den aufquellenden Bauch bemerkbar, im Endstadium schaukeln die Tiere dann nur noch an der Oberfläche des Aquariums.

Auslöser sind Bakterien, die sich im Bodensatz des Aquariums tummeln, jedoch gesunden Tieren nichts anhaben. Wir der Fisch älter oder ist das Immunsystem anfällig, kann der Fisch an den Bakterien erkranken.

Eine Behandlung ist äußerst schwierig und auch nur im Anfangsstadium der Erkrankung erfolgversprechend.
Da die Organe der Tiere mit zunehmender Erkrankung versagen, ist es angeraten, die Tiere zu erlösen.

Erfolgreiche Inzucht

Bild: Herr K unter cc-Lizens

Bild: Herr K unter cc-Lizens

Unter Aquarianern ist die Inzucht bei Fischen immer wieder ein Thema. Ich meine mich erinnern zu können, dass ich irgendwo gelesen hatte, Fische ohne Neuzugang, die sich vermehren, würden in kurzer Zeit degenerieren und seien auf Dauer nicht überlebensfähig. Zumindest bei meinen Black Mollys kann ich das definitiv ausschließen.

Ich hatte mir die schwarzen Zahnkarpfen zugelegt, weil sie unter anderem auch Algen fressen und so zusammen mit den Siamesischen Rüsselbarben den Algenwuchs unter Kontrolle halten sollten. Das taten sie auch, wobei sich die Mollys derart vermehrten, dass ich schon bald hunderte in meinem Becken hatte und habe. Ein Skalarpärchen sollte dem Einhalt gebieten, was sich aber ein auswegloses Unterfangen herausstellte, da der Pflanzenwuchs in meinem Becken ein hervorragendes und raubfischsicheres Kinderzimmer für den Nachwuchs der Black Mollys zu sein schien. In vermeintlicher Kenntnis, dass sich der Stamm aufgrund von Schädigung durch Inzucht selbst dezimiert, maß ich dem keine Bedeutung bei.

Heute dann beim Zugrückschneiden einiger Pflanzen stoben wieder einmal hunderte frisch geschlüpfter und ziemlich munterer Black Mollys in alle Richtungen des Beckens. Es scheint also so zu sein, dass mindestens bei der Art des Spitzmaulkärpflings, respektive Black Molly, keine Degeneration durch Inzucht stattfindet. Im Gegenteil, die bei mir im Becken lebenden Poecilia sphenops sind in mindestens zweiter oder dritter Generation Inzucht kräftige, gesunde Fische.

Und tatsächlich, ein Dr. Gentzsch belegt meine Beobachtungen wissenschaftlich. Dr. Gentzsch hatte an Schwerträgern geforscht und belegt in seinem Artikel: Achtzehn Generationen erfolgreicher Inzucht bei Schwertträgern.

Die Wichtigkeit einer optimalen CO2 Düngung

Ich erlebe immer wieder, dass Aquarienanfänger der CO2 Versorgung nicht die notwendige Ernsthaftigkeit zukommen lassen. „Brauche ich nicht, geht auch so“, ist die gängige Antwort. Nein, sage ich, geht nicht so. Sicher zu Anfang sind die Pflanzen schön, das ändert sich aber spätestens nach ein paar Wochen. Pflanzen ohne CO2 Versorgung im Aquarium leben nämlich nicht; bestenfalls vegetieren sie so dahin.

Neben der Beleuchtung und Beheizung ist die Versorgung mit CO2 elementarer Bestandteil eines funktionierenden Beckens. Die CO2 Düngung hat noch eine weitere Funktion im Aquarium. CO2 reguliert die Karbonhärte und den ph-Wert des Wassers auf einen mittleren, für Fische und Pflanzen guten Bereich.

Durch die CO2 Düngung wird außerdem der Sauerstoffgehalt des Wassers erhöht, da die Pflanzen optimal assimilieren. Zu sehen ist das an aufsteigenden Sauerstoffperlen. Alles in allem zeichnet sich das Aquarium bei richtiger CO2 Düngung durch einen kräftigen Pflanzenwuchs aus. Eine CO2 Anlage ist zwar nicht ganz billig, wer auf Dauer Freude an seinem Aquarium haben möchte, kommt um die Anschaffung nicht herum.
Die Kosten für das CO2 selber halten sich in Grenzen. Beim Händler meines Vertrauens kostet die große Flasche CO2 um die 15 Euro, sie hält meist ca. drei Monate. Im Austausch habe ich dann die Möglichkeit der permanenten CO2 Versorgung. Abzuraten ist in diesem Zusammenhang übrigens der Einsatz von Luftsprudelern. Die treiben nämlich das CO2 aus dem Wasser und es wird das Gegenteil vom dem erreicht, was man erreichen möchte.

Kugelfisch als Schneckenkiller

Bisher habe ich immer mit Erfolg Kugelfische eingesetzt, wenn es darum ging, die zahlreichen Schnecken im Aquarium zu dezimieren. Zwar sind Kugelfische in der Regel Brackwasserfische, allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass sich zumindest der, wenn überhaupt für ein Aquarium geeignete Palembang-Kugelfisch, schnell anpasst und außerdem mit sechs bis acht Zentimetern nicht zu groß wird.

Verwechseln kann man ihn schnell mit dem grünen Kugelfisch, der auch in Süßwasseraquarien zu finden ist, allerdings bis zu 17 cm groß werden kann. Kugelfische ernähren sich hauptsächlich von Schnecken, weshalb immer ein Vorrat in einem kleinen Becken gezüchtet werden sollte. Auch gefrorene Mückenlarven nehmen die Fische gerne. Aber Vorsicht, die Art überfrisst sich gerne. Zu erkennen daran, dass der Fisch mit „eingeklemmten“ Schwanzteil am Boden kauert.

Unter Aquarianern kommt es immer wieder zu Grundsatzdiskussionen, ob Kugelfische überhaupt für ein Süßwassergemeinschaftsbecken geeignet sind. Ich habe bisher allerdings nur positive Erfahrungen gemacht. Wenn der Fisch allerdings zu jung ist, sollte man die Finger davon lassen.

Die Beleuchtung

Neben einer funktionierenden Heizung, zumindest für Warmwasseraquarien, ist die Beleuchtung eines der wichtigsten Faktoren, damit die Pflanzen im Aquarium entsprechend wachsen und gedeihen. Aus meiner Sicht ist die üppige Bepflanzung eines Beckens noch wichtiger als die Fische, das sieht jeder Aquarienfreund jedoch anders.

Insbesondere die Freunde von großen Buntbarschen können ein Lied vom Versuch der Anpflanzung eines Buntbarschbeckens singen. Ich selber habe vor Jahren den Fehler gemacht, fünf kleine Augenfleckbuntbarsche in ein gut bepflanztes Becken zu setzen. Nach ein paar Monaten waren die Fische mit bis zu 20cm ausgewachsen und haben das gesamte Aquarium trotz guter Fütterung komplett leergefressen. Ein paar Jahre lang hatte ich somit ein pflanzenloses Becken mit nichts als ein paar großen Steinen als Dekoration und fünf immer hungrigen Barschen.

Das Ziel, nämlich das funktionierende Aquarium, führt allerdings nur über die üppige Bepflanzung des Beckens. Die Pflanzen erfüllen dabei gleich mehrere Aufgaben: Sie produzieren den notwendigen Sauerstoff, halten die Algen in Schach, bieten den Fischen Schutz und sorgen für ein ausgewogenes ökologisches Klima, soweit wie sich das mit einem Kleinstbiotop erreichen lässt.

Inzwischen gibt es auch für Aquarienleuchten LED Lampen, allerdings ist mir nicht bekannt, wie sich die Lichtausbeute bei geringer Leistung verhält. Meine eigene Erfahrung beschränkt sich auf HQL-Lampen bei offenen Aquarien und Leuchtstoffröhren bei geschlossenen Becken.

Persönlich favorisiere ich das offene Becken, das muss aber jeder auch vor dem Hintergrund des ein oder anderen „über Bord“ gegangenen Fisches entscheiden. Vorteil des offenen Aquariums: Die Pflanzen wachsen üppig aus dem Becken heraus, die Fütterung ist einfacher, Fische lassen sich auch von oben beobachten und schließlich profitiert das Raumklima gerade im Winter erheblich.

Nachteil: Sie werden immer mal wieder einige Fische auf dem Wohnzimmerboden liegen sehen, die aus dem Becken gesprungen sind.

Eine weitere Variante ist das geschlossene Becken mit im Deckel integrierten Leuchtstoffröhren. Wichtig ist, mit der geringeren Wattleistung durch die entsprechende Anzahl von Leuchtstoffröhren die notwendige Lichtausbeute zu realisieren.

Gleich welche Beleuchtung, es muss mit einer Zeitschaltuhr sichergestellt sein, dass die Beleuchtung regelmäßig schaltet. Die Beleuchtungsdauer ist auf ca. 10 Stunden am Tag zu beschränken.

Aufstellung des Beckens

Der Standort des Beckens muss gut bedacht werden. Direkte Sonneneinstrahlung ist zu vermeiden, ein Platz an der Wand ist aufgrund der Traglast zu bevorzugen. Allerdings ist ein Aquarium als Raumtrenner auch ein Hingucker. Zu bedenken ist bei dieser Variante ein Stromanschluss in der Nähe möglichst einer Stirnseite und die spätere optische Gestaltung (Bepflanzung) beider Frontseiten. Außerdem muss daran gedacht werden, dass sämtliche Kabel und Schläuche ebenfalls von der Stirnseite zugeführt werden müssen.

Als Unterlage auf den passenden Schrank sollte ein den Maßen des Aquarienbodens passende Lage Filz geschnitten werden. Das Becken kann mit einem feuchten sauberen Lappen von innen und außen gereinigt werden. (Innenreinigung ohne Zusätze!!)

Jetzt ist der Zeitpunkt zum Testen der Zuführungen gekommen. Reichen die Längen der Kabel und Schläuche? Müssen eventuell noch Öffnungen geschaffen werden? Heutzutage ist es möglich, Öffnungen sogar in das Glasbecken zu bohren. (Fachmann!!)

Reichen die Stromanschlüsse? Ist das Aquarium am richtigen Platz? Ist das Becken in Waage? Bei schiefen Böden in alten Häusern muss über Ausgleichsleisten nachgedacht werden. Apropos: Für den Kauf des Filters empfehle ich mindestens 1/3 mehr an Größe der angegebenen Pumpleistung, denn erstens bezieht sich die Angabe der Pumpleistung auf reine Laborwerte ohne Füllmaterialien und zweitens lässt die Pumpleistung in ein paar Jahren erheblich nach.

Das Becken

Ausgangspunkt für das Aquarium ist natürlich das Becken. Die Aquarien die angeboten werden, sind zumeist silikonverklebte Glasaquarien. Rahmenaquarien gibt es meist nur noch auf speziellen Wunsch. Die heutigen Fertigungstechniken lassen rahmenlose Becken bis zu fast jeder Größe zu. Hüten sollte man sich vor Billigangeboten und vor dem Selberkleben, es sei denn man ist Glasermeister.

Der Innendruck eines mit Wasser gefüllten Beckens würde innerhalb kürzester Zeit das Becken bei falscher Handhabung sprengen. Es gibt natürlich noch die ganz kleinen Becken aus Kunststoff, jedoch rate ich davon ab, diese als Aquarium zu nutzen. Meines Erachtens sind diese Kleinstbecken bis 100 Liter nur für die Aufzucht oder als kurzfristiges Quarantäne-Becken zu gebrauchen. Die unterste Größe und somit auch die Idealgröße für Anfänger sind 100 Liter Becken. Meist sind die Standardbecken allerdings in den Abmessungen genormt, also höher als tiefer. Wer sich mit dem Gedanken eines offenen Beckens trägt, sollte vielleicht über eine Sonderanfertigung nachdenken. Das Becken sollte dann etwas tiefer, dafür nicht zu hoch sein. So ist erstens die Lichtausbeute bis zum Boden besser und man kann von oben den notwendigen Pflegearbeiten nachgehen.

Ich habe sehr gute Erfahrungen mit einem Sonderbau eines 100 Liter Beckens gemacht. Auch zur Freude meiner damals zweijährigen Tochter. Der Nachteil ist, dass angebotene Aquarienunterschränke nur in den genormten Maßen zu haben sind. Man ist also gezwungen, sich entweder ein Möbel für das Aquarium bauern zu lassen, oder aber, ein passendes zu finden. Wichtig ist, dass das Becken vollständig auf einem Untergrund aufliegt und das Möbelstück stabil genug ist. (Traglast beachten!) Bei einem 100 Liter Becken kann das vielleicht noch vernachlässigt werden, da die meisten Schränke wohl mindestens 150 Kilo tragen; bei größeren Becken ist zur Vorsicht geraten. Ein 500 Liter Becken kann vollbesetzt leicht bis zu 700 kg wiegen. Es muss also nicht nur auf das Untergestell geachtet werden, sondern in dem Fall auch auf die Deckenbelastung in der Wohnung. Ich würde ab einer Beckengröße von 500 Litern auf jeden Fall einen Architekten zu Rate ziehen.